Neulich im Cafe. Ein gestresster Business Typ kommt in den Laden um sein Energiedefizit gezielt mit etwas Koffein wieder in Einklang zu bringen. Er war definitiv nicht der typische Chai-Vanilla-Schoko-Low-Fat-Soja-Latte To Go Konsument und bestellte ganz klassisch einen Espresso.

Meiner Meinung nach übrigens eine gute Wahl wenn es um das schwarze Gold geht. Kaffee schmeckt am besten in seiner reinen Form. Er bestellt also hektisch einen Espresso To Go! Wie bitte? Wo möchte er mit diesem einen Schluck koffeinhaltiger Köstlichkeit denn hin? Wollte er sich damit Proviant für den weiten Weg bis vor die Tür mitnehmen? Mal ehrlich, kann man sich nicht die Zeit nehmen um einen Schluck Kaffee vor Ort zu trinken?

 

Der American Way of Life To Go 

Warum mich dieses Ereignis beschäftigt? Es geht mir nicht darum welche Kaffevorlieben jemand hat, sondern um den unnötigen Verpackungsmüll der dadurch entsteht. Natürlich hat der junge Herr den Kaffee nicht in einer Tasse mit genommen, sondern einen Becher mitbekommen, den er mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Minuten später in eine Mülltonne geworfen hat.

Wegwerfgesellschaft wie aus dem Lehrbuch.

Der Drang ständig irgendwo Dinge zum Mitnehmen zu kaufen ist in den letzten Jahren unübersehbar. Man nimmt sich keine Zeit mehr den Kaffee oder das Mittagessen vor Ort zu konsumieren. Schließlich leben wir ja in einer derartig hektischen Welt, dass unserer Ansicht keine Zeit dafür bleibt. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft.

Vor einigen Jahren noch als typischer American Way of Life verschrien, haben wir uns mittlerweile selbst diesem Trend angepasst. Kaum ein Kaffee, eine Bäckerei oder ein Restaurant das nicht alles to go anbietet und das natürlich standesgemäß in Plastikbehältern. Für alle die jetzt der Meinung sind der Kaffeebecher zum mitnehmen sei aus Papier – ist er nicht. Die Becher haben eine Kunststoffbeschichtung und gehören daher auch zum Plastikmüll.

 

Es führen Mehrweg(e) zum Ziel

Großartig, jetzt haben wir es geschafft, dass diese blöden Plastiksackerl in den Supermärkten langsam aber sicher den Rückzug antreten, dann diese Enttäuschung. Aber keine Sorge, es gibt eine Kompromisslösung – Mehrwegbehälter.

Daher ein Appell an dich. Seit mutig! Auch wenn es im Ersten etwas befremdlich wirkt das eigene Geschirr mitzubringen, und die nette Dame in der Bäckerei darum zu bitten, den Kaffee dort rein zu schütten, es zahlt sich aus. Auch wenn man kurz mit einem überraschten Blick rechnen muss und möglicherweise die Größe des Bechers ein paar Komplikationen bei der Bedienung der Maschine verursacht – habe ich bislang nur positive Rückmeldungen dazu bekommen. Und vereinzelt bieten Kaffees bereits einen kleinen Preisnachlass wenn man den eigenen Becher mitbringt.

 

The New (Old) Way of Life

Und für alle denen das doch zu unangenehm ist – schwimmt gegen den Strom und trinkt einen Kaffee to stay bevor ihr euch mit eurem Stoffbeutel zum Bauernmarkt begebt und dort ganz umweltbewusst euer regionales und saisonales Biogemüse kauft und dann mit eurem Fahrrad nachhause radelt. Ganz old school – für unsere Zukunft!

Disclaimer:

Ich habe diesen Beitrag vor über einem Jahr verfasst und muss sagen, dass sich mittlerweile einiges zum Positiven entwickelt hat. Die Zero Waste Bewegung findet immer mehr Anhänger und auch wenn es noch ein langer Weg ist, bis die Müllproblematik in der breiten Masse angekommen ist, wird immer mehr im Bereich der Bewusstseinsbildung gemacht. Sowohl von politischer als auch von gesellschaftlicher Seite geht es kleine Babyschritte in die richtige Richtung.

 

 

 

 

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