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Süßmaul oder Salztiger? Wir alle haben unterschiedliche Vorlieben, wenn es um den Geschmack unseres Essens geht. Ayurvedisch zu essen heißt auch, sämtliche Geschmacksrichtungen bei jeder Mahlzeit zu erfahren, und so eine Balance zu erreichen.

Die sechs Geschmacksrichtungen in der Ayurvedalehre werden auch als Rasas bezeichnet. Eine Kombination von süß, sauer, salzig, bitter, zusammenziehend und scharf sorgt dafür, dass eine Speise als wohlschmeckend empfunden wird. Wir leisten damit nicht nur einen Beitrag für unsere Gesundheit, sondern fühlen uns im Anschluss an jede Mahlzeit auch rundum gesättigt und zufrieden.

Die Süße im Hauptgericht anstelle eines Desserts.

Wie wir einen Geschmack wahrnehmen, hängt auch von unserer aktuellen Konstitution ab. So kann ein Apfel für einen Kapha Menschen süß schmecken, für einen Pitta eher sauer und von einem Vata als bitter wahrgenommen werden. Der Körper zeigt uns damit, dass wir z.B. als Vata mehr Süße benötigen als ein Kapha, und mehr davon essen sollten.

Geschmack und Wirkung

Bei den Geschmacksrichtungen geht es um mehr als nur das Aroma bzw. die Würze. Nicht immer hat die Geschmacksrichtung die gleiche Wirkung auf den Körper. Ein einfaches Beispiel ist hier Honig. Zwar empfinden wir Honig als süß, die Wirkung im Körper ist aber eher scharf und erhitzend.  Daher wird Honig auch oft bei Erkältungen eingesetzt.

Die Bedeutung der Elemente in der Ayurvedalehre spiegelt sich auch bei den Rasas wieder. Jeder Geschmack wird 2 Elementen zugeordnet und kann so unser Dosha verstärken oder vermindern. Abhängig davon, welches Dosha gerade aus der Balance ist, verlangen wir vermehrt nach einzelnen Geschmacksrichtungen.

 

Süße – Wasser und Erde Element

senkt Vata und Pitta; erhöht Kapha

Der süße Geschmack ist sehr nährend. Daher haben wir auch meistens Verlangen danach. Er lässt Kapha ansteigen und fördert daher auch die Gewichtszunahme. Wenn wir auf ein ausgeglichenes Maß achten, bringt Süße Stabilität und schenkt uns Energie. Wenn wir Süße im Übermaß zu uns nehmen, führt das zu Trägheit, Wassereinlagerungen, Diabetes, Verdauungsstörungen und unerwünschter Gewichtszunahme führen. Süß ist aber nicht gleichzusetzen mit Schokolade, raffiniertem Zucker oder anderen Süßigkeiten.

Süße Nahrungsmittel: Früchte, Milch, Honig, Zimt, Kardamom, Reis, Weizen , Fette wie Ghee und Fleisch.

 

Sauer – Erde und Feuer Element

senkt Vata, erhöht Pitta und Kapha

Saures ist leicht, regt den Appetit, an und fördert die Verdauung. Der saure Geschmack verhilft uns zu Klarheit im Kopf und weckt die Lebensfreude.

Sauer macht lustig.

Zuviel Saures äußerst sich in der Übersäuerung unseres Körpers. Die Säure schadet unserem Blut und wirkt sich auf die Haut aus. Ekzeme, Pickel, Akne oder Schuppenflechte sind Anzeichen für eine Übersäuerung. Ebenso sind Sodbrennen und schwache Muskeln die Folge von zuviel Säure im Körper.

Ich bin sauer.

Die Säure äußert sich nicht nur körperlich, sondern auch emotional führ Übersäuerung zu aggressivem, aufbrausendem Verhalten.

Saure Lebensmittel: Zitrusfrüchte oder unreifes Obst, Käse, Joghurt,  Essig, Wein, Miso oder anderes fermentiertes Gemüse. (DIY Fermentieren)

 

Salzig – Wasser und Feuer Element

senkt Vata, erhöht Pitta und Kapha

Der salzige Geschmack regt den Stoffwechsel an (Feuer), wirkt abführend (Wasser) und sorgt dafür, dass der Elektrolythaushalt im Körper ausgeglichen ist. Salz verstärkt den Geschmack von Speisen und unterstütz bei gemäßigtem Verzehr die Verdauung und hilft Mineralstoffe aufzunehmen. Zuviel Salz führt zu Bluthochdruck, Wassereinlagungen, Hauterkrankungen und kann zu Glatzenbildung führen.

Am empfehlenswertesten ist ein naturbelassenes Steinsalz. Meersalz ist oft von Umwelteinflüssen verunreinigt und sollte eher sparsam genutzt werden.

Andere salzige Lebensmittel sind Meeresfrüchte, Salzwasserfische, Tamari und auch Sellerie.

 

Scharf – Feuer und Luft Element

erhöht Vata und Pitta, senkt Kapha

Scharfer Geschmack ist erhitzend. Nicht umsonst fangen wir an zu schwitzen, wenn wir ein scharfes Curry essen. Gezielt eingesetzt fördert Schärfe die Verdauung, hilft beim abnehmen und reinigt Mund- , Stirn- und Nebenhöhlen. Schärfe ist blutverdünnend und antibakteriell. Scharfes Essen klärt auch den Geist, motiviert und löst Blockaden. Bei Pitta Typen kann Schärfe jedoch zu Durchfall, Sodbrennen oder Übelkeit führen. Auch innere Unruhe, Schlafstörungen, Zittern und Schwindel sind die Folge von zuviel Schärfe und damit Hitze im Körper.

Typische scharfe Gewürze sind Chillischoten, Pfeffer, Ingwer und Senf. Aber auch Rettich, Kresse, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Asafoetida, Kumin oder Kaffee und Kakao gehören in diese Kategorie.

 

Zusammenziehend/Herb – Luft und Erde Element

erhöht Vata, senkt Pitta und Kapha

In der westlichen Küche ist die sechste Geschmacksrichtung wenig bekannt. Zusammenziehende Lebensmittel hinterlassen oft dieses pelzige Gefühl im Mund, wie wir es von unreifen Bananen oder einem Tanninhaltigen Wein kennen. Es ist weniger ein Aroma, als vielmehr ein Gefühl im Mund.

Diese Lebensmittel fördern die Blutgerinnung , verringert Schwitzen und linder zuviel Kapha und Pitta. Zuviel zusammenziehender Geschmack kann aber zu Blähungen, Verstopfung, Herz-Kreislaufproblemen und Dehydrierung führen. Herbes vermindert außerdem die Libido und und kann im Extremfall zu Abmagerung und Depressionen führen. Besonders bei einer Vata Störung sollten herbe Lebensmittel nur in kleinen Mengen verzehrt werden.

Beispiele dafür sind Nudeln, Brokkoli, Kartoffeln, Äpfel, Granatäpfel, Birnen, unreife Bananen, Artischocken, Blattsalat, Kohlsprossen, Kohl, Kohlrabi, Karfiol, Rosmarin, Muskatnuss, Kurkuma, Bohnen, Linsen, Grüner und Schwarzer Tee.

 

Bitter – Luft und Raum Element

erhöht Vata, senkt Pitta und Kapha

Bitterer Geschmack ist leicht und kühlend. Leider kommt er in unserer heutigen Ernährung oft zu kurz, da der natürliche bittere Geschmack aus vielen Lebensmitteln herausgezüchtet worden ist, um diese für die breite Masse schmackhafter zu machen. Die natürliche Abneigung gegen Bitteres hat damit zu tun, dass bitter meist giftig war.

Bitterstoffe verstärken den Geschmack.

Nachdem wir uns heute die Nahrung nicht mehr selbst im Wald suchen, und die Gefahr eine giftige Frucht zu erwischen, gebannt ist, können wir ruhig wieder  bittere Nahrungsmittel einbauen. Wir sollten das sogar, denn diese zügeln den Appetit auf Süßes und helfen bei der Gewichtsabnahme. Außerdem werden bei gezielter Anwendung von Bitterstoffen, andere Geschmacksrichtungen verstärkt, und das Essen wird überhaupt bekömmlicher für unsere Verdauung.  Bittere Lebensmittel helfen gegen Juckreiz, Hauterkrankungen und Brennen. Zuviele Bitterstoffe können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, das Energielevel senken und zu Müdigkeit und Verstopfung führen. Ein niedriger Blutdruck und Niedergeschlagenheit sind ebenso ein Zeichen für zuviel Bitterkeit im Leben.

Der bittere Geschmack findet sich heute noch in grünen Kräutern und Gemüsesorten, Senfsamen, Kurkuma, Bockshornklee, Kaffee, Auberginen und grünem Tee.

Dessert als Vorspeise

Ein ausgewogenes und balanciertes Essen sollte aber nicht nur alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten, sondern idealerweise auch in der richtigen Reihenfolge gegessen werden.

Anders als in unseren Breite üblich sollte man mit der süßen Komponente starten, dann salzig, sauer, scharf bitter und dann mit etwas zusammenziehendem abschließen.

Ja genau, wir sollten mit etwas Süßem beginnen, Da süße Nahrungsmittel am nahrhaftesten und somit auch am schwersten verdaulich sind, ist man früher gesättigt und zufrieden. Also beim nächsten Essen schon mal vorab etwas von der süßen Nachspeise probieren, oder mit einem süßen Lassi beginnen.

 

Alles auf einen Blick  
  • Im Ayurveda gibt es 6 Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, zusammenziehen/herb.
  • Jeder Geschmack hat unterschiedliche Wirkungen auf den Körper und die Emotionen.
  • Um Gesund und zufrieden zu sein, sollen alle Geschmacksrichtungen in jeder Mahlzeit vorkommen. Welcher Geschmack im Vordergrund stehen soll, hängt von unserem Dosha ab.
  • Vata Typen sollten süße, saure und salzige Nahrungsmittel bevorzugen, und weniger scharft, bitter und zusammenziehende Lebensmittel konsumieren.
  • Pitta sollte sich auf süß, bitter und zusammenziehende Geschmäcker fokussieren. Sauer, Salzig und Scharf sollten reduziert werden, um das innere Feuer in Zaum zu halten.
  • Kaphas brauchen bittere, scharfe und zusammenziehende Nahrung, um ihr Dosha in Balance zu halten. Süße, saure und salzige Lebensmittel tun Kapha nicht so gut.

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