Ayurveda im Alltag – Gewohnheiten etablieren

Jeder Tag hat 24 h.  Auch wenn sich Einige manchmal mehr Zeit wünschen würden. Wir teilen unsere Tage üblicherweise  in Arbeitszeit, Freizeit und Schlafenszeit ein. Wobei der Großteil unserer Zeit von der Arbeit in Anspruch genommen wird. Die ayurvedische Uhr tickt etwas anders und gibt uns die Möglichkeit neue Gewohnheiten in unserem Alltag zu schaffen, die unsere Gesundheit nachhaltig verbessern. Eine Alltagsroutine nach der Ayurveda Uhr kann uns dabei helfen mit mehr Energie durch den Tag zu kommen. Probier es einfach aus!

Wir wissen bereits, das Ayurveda an die verschiedenen Lebens- und Naturzyklen angepasst wird. Neben den Jahreszeiten und Lebensphasen spielt vor allem die Tageszeit eine grundlegende Rolle, wenn es um unser Wohlbefinden geht.

Jede Tageszeit wird von einem Dosha dominiert.

Im Ayurveda wird der Tag in sechs Abschnitte zu je vier Stunden eingeteilt. Jeder dieser Zeitabschnitte wird außerdem einem Dosha zugeordnet, welches in dieser Zeit dominiert und dementsprechend unser Leben beeinflusst.

Jedes Dosha hat eine Tageszeit und eine Nachtzeit. Auch wenn die Zuordnung nicht optimal zu unserem Alltag passt, ist es doch sinnvoll, sich die ein oder andere Empfehlung näher anzusehen. Ähnlich unserem Biorhytmus, werden Tag und Nacht im Einklang mit unserem Körper bestimmt.

Mit Kapha in den Tag starten (6 Uhr bis 10 Uhr)

Der Tag beginnt ganz symbolisch mit Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens und die Kapha dominierte Phase dauert bis 10 Uhr Vormittag. Kapha wird dem Element Erde zugeordnet und ist daher schwer, träge und erdend.

Raus aus den Federn!

Wenn wir gegen 6 Uhr den Zeit den Tag beginnen, stehen wir unter dem Einfluss des Kapha Doshas, das heißt die Verdauung ist noch träge, wir fühlen uns müde und energielos. Wenn Kapha nicht ganz so stark ist, fühlen wir uns einfach ruhig und friedlich. Besonders im Winter, wenn es morgens lange dunkel ist, dominiert Kapha und es ist für uns umso schwerer in die Gänge zu kommen. Denn so wie wir in den Tag starten, fühlen wir uns bis zum Abend. Daher kommt es auch vor, dass wir uns zum Beispiel am Wochenende oft sehr niedergeschlagen fühlen, obwohl wir ja ausgeschlafen haben.

Um trotzdem in Schwung zu kommen ist es sehr wichtig eine motivierende und energetisierende Morgenroutine zu etablieren.

 

Ein guter Start in den Morgen

Es ist ratsam bereits vor 6 Uhr aus dem Bett zu kriechen, um so der morgendlichen Trägheit zu entfliehen. Natürlich ist das im Winter äußerst schwer, und nichts ist verlockender, als sich nochmal im warmen Bett umzudrehen. Aber es lohnt sich den inneren Schweinehund zu besiegen.

Wer schon mal in den frühen Morgenstunden aufgestanden ist, weiß wie beruhigend die morgendliche Ruhe sein kann. Es empfiehlt sich den Tag langsam zu starten. Nach der morgendlichen Reinigung sollte man den Körper langsam anfangen zu bewegen.

Ein kleiner Spaziergang, etwas Yoga, Sport oder Meditation stehen nun auf dem Plan um den Körper und den Geist in Schwung zu bringen.

Besonders wenn man das Gefühl hat, überhaupt kein Morgenmensch zu sein, ist es ratsam sich dazu durchzuringen. Die morgendliche Schwere ist ein Zeichen, das Kapha zu stark ist, und wieder ausbalanciert werden soll. Bewegung am Morgen bringt deine Verdauung und den gesamten Stoffwechsel in Schwung. Außerdem ist es ein tolle Gefühl wenn man morgens bereits einiges geschafft hat, bevor der Alltag richtig beginnt.

Die Zeit, die man sich am Morgen schenkt, ist ein echter Energiebringer, wenn man sich daran gewöhnt hat.

Frühstück ist nicht die wichtigste Mahlzeit

Eher herzhaft oder süß? Croissant, Rührei oder einfach nur ein Kaffee? Unsere Frühstückgewohnheiten sind sehr unterschiedlich, und anders als oftmals in den Medien suggeriert wird, ist das Frühstück laut Ayurveda nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Im Gegenteil. Das Frühstück sollte sehr leicht ausfallen und leicht verdaulich sein. Ansonsten muss der Körper schon morgens zu viel Energie aufbringen, um das ganze Essen zu verdauen, diese Energie fehlt dann für den restlichen Tag. Das heißt nicht, dass man das Frühstück ausfallen lassen soll. Frühstückliebhaber (ich gehöre auch dazu) sollten vor allem in den kühlen Monaten mit etwas Warmen in den Tag starten. Ein Getreidebrei, ein Kompott oder eine Gewürzmilch sind hier gute Möglichkeiten. Wer morgens gar nichts runter bekommt, sollte sich auch nicht zwingen.

Im Ayurveda geht es vor allem darum, auf den eigenen Körper zu hören. Daher ist es vollkommen in Ordnung wenn man erst am späten Vormittag eine Kleinigkeit zu sich nimmt, wenn das eigene Verdauungsfeuer aktiviert ist.

Kaffee ist trocken und macht unruhig.

Im Ayurveda ist es grundsätzlich in Ordnung, Kaffee in Maßen zu trinken. Vata Typen sollten im Sinne der Verdauungskraft eher darauf verzichten, da Kaffee die Trockenheit im Körper erhöht, welche bei Vata bereits sehr hoch ist. Auch hitzige Pitta sollten nicht schon am Morgen Öl ins Feuer gießen, indem sie mit einem Kaffee starten. Kaffee fördert Entzündungen im Körper, wirkt aufputschend und kann zu Hyperaktivität und Herzrasen führen. Keine guten Voraussetzungen für den energischen Pitta Typ. Für Menschen mit einer Kapha Dominanz ist der Kaffee am Morgen völlig ok.

 

Der Höhepunkt des Tages – Pitta Zeit (10 Uhr bis 14 Uhr)

Ehe man sich versieht, ist der Vormittag schon halb vorüber und Pitta ist an der Reihe. Zwischen 10 Uhr vormittags und 14 Uhr sind wir in der Blütezeit des Tages. Die Konzentration ist am Höhepunkt und schwierige Aufgaben gehen uns besonders gut von der Hand und wir sind voll motiviert.

Das Verdauungsfeuer brennt.

Jetzt ist auch die beste Zeit für die größte Mahlzeit des Tages. Es ist daher wichtig sich hier die notwendige Zeit zu nehmen um in Ruhe zu essen. Das Brötchen vom Bäcker, wie wir es oft auf Grund von Zeitmangeln in unserem Alltag holen, hat ausgedient. Im besten Fall nimmt man sich etwas Selbstgekochtes von zu Hause mit, oder versucht sich in der Kantine den Teller mit viel Gemüse, vollwertigem Getreide und etwas Protein zu füllen.

Ich weiß es ist schwierig, im hektischen Alltag eine ruhige Mittagspause mit einer vollwertigen Mahlzeit einzubauen, aber es lohnt sich. Denn unser Essen kann jetzt am besten verdaut werden und sichert somit die notwendige Energie für den Rest des Tages.

 

Feierabend mit Vata (14 Uhr bis 18 Uhr)

Zwischen 14 und 18 Uhr ist das kreative Vata Dosha am stärksten. Die beste Zeit um kreative Aufgaben zu lösen und um sich zu bewegen. Kreative Prozesse wie Schreiben, Designen oder Planen gehen jetzt besonders leicht.

Obwohl unser Nervensystem jetzt am aktivsten ist, fallen wir am späteren Nachmittag meist in ein Energieloch. Optimal wäre es jetzt an die frische Luft zu gehen, Sport zu machen oder einen Spaziergang zu genießen.

Nachmittagssnacks machen unkonzentriert.

Da das aber aufgrund unserer Jobs oft nicht möglich ist, sollten wir versuchen das Tief mit einem Kräutertee (insbesondere Ingwer, Kamille oder Rooibos) oder einer Gewürzmilch zu überwinden. Finger weg von Kaffee und Zucker. Die beliebten Nachmittagsnacks sorgen dafür, dass Vata noch mehr erhöht wird.

Dadurch werden wir noch unruhiger, zittrig und können uns nicht konzentrieren. Neben einem beruhigendem Getränk können auch ein paar tiefe Atemzüge und ein paar Schritte durchs Büro bereits helfen.
Zwischenmahlzeiten werden aus ayurvedischer Sicht nicht empfohlen. Um eine optimale Verdauung zu ermöglichen, sollten mindesten vier Stunden zwischen den Mahlzeiten liegen. Wenn man ein vollwertiges Mittagessen gegessen hat, reicht das im Normalfall auch aus und man bleibt von Gelüsten am Nachmittag verschont.

Was ist Ayurveda   Die Doshas

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